Ein Wesenszug der Demokratie, sagt man, ist die Freiheit der Meinungsäußerung.
Echte Freiheit der Meinungsäußerung besteht aber nur dann, wenn sie dazu dient, die Freiheit der Meinungsbildung zu sichern. Man darf die Menschen nicht konfektionieren und behördlich genehmigten Ansichten unterwerfen, was sie nur zu schematischem und oberflächlichem Denken verführt. ... Wer sich vor den Folgen einer allgemein uneingeschränkten Information fürchtet und sie darum behindert, schafft dadurch gerade die Bedingungen für eine unheilvolle Entwicklung.
Robert Havemann: Dialektik ohne Dogma, Vorlesung 1.11.63, rororo, S. 52